Upcycling beim Zoo-Kinderfest mit bliggit

Wie Wuppertaler Kinder Altglas ein zweites Leben schenkten

Das Kinderfest im Grünen Zoo Wuppertal wurde durch eine gemeinsame Upcycling-Aktion der BUGA Wuppertal 2031 gGmbH und der Wuppertaler Stadt-App Bliggit zu einem lebendigen Lernort für Nachhaltigkeit. Zahlreiche begeisterte Kinder bewiesen kreatives Geschick. Sie verwandelten alte, ausgediente Gläser in farbenfrohe Kunstwerke und kleine Pflanztöpfchen.

Die hierfür genutzten Marmeladen-, Einmach- und Gurkengläser wurden im Vorfeld von engagierten Bürger:innen im BUGA-Lokal in der Vohwinkeler Kaiserstraße abgegeben. Ein herzlicher Dank gilt allen, die ihre Gläser vorbeigebracht und so aktiv zu dieser Aktion beigetragen haben! Sie haben dem Altglas nicht nur ein zweites Leben geschenkt, sondern auch das Kernprinzip der BUGA31 erlebbar gemacht: Dinge im Kreislauf halten.

Die „Circular BUGA“: Zirkularität als Leitbild für Wuppertal

Das Basteln mit Altglas mag wie ein kleines Projekt wirken. Es spiegelt jedoch die große Vision der Bundesgartenschau in Wuppertal wider. Die BUGA Wuppertal 2031 wird unter dem Leitbild der Zirkularität und Ressourceneffizienz geplant.

Zirkularität bedeutet, dass die Bundesgartenschau möglichst als ganzheitliches zirkuläres Ökosystem gedacht wird:

  • Lokale Materialien: Bei Bauprojekten werden vorrangig vorhandene, vorgenutzte oder regionale Rohstoffe genutzt.

  • Revitalisierung statt Abriss: Bestehende historische Baustrukturen werden saniert und umgenutzt.

  • Müllvermeidung: Produkte und Materialien werden so ausgewählt, dass sie langlebig und vollständig wiederverwendbar sind.

Wuppertal verfolgt damit das ambitionierte Ziel, sich fest als Innovationsmotor für die Kreislaufwirtschaft zu positionieren. Die Bundesgartenschau fungiert hierbei in Kooperation mit den ansässigen Expertise-Institutionen wie bspw. Circular Valley, Wuppertal Institut, cscp, Neue Effizienz - als großes Zukunftslabor für Beiträge der grünen Branche im städtischen Raum.

Warum die Kreislaufwirtschaft unser Schlüssel für die Zukunft ist

Unsere heutige Wirtschaft basiert weitgehend auf einem linearen Modell: „Rohstoff abbauen, Produkt herstellen, wegwerfen“. Dieser Ansatz stößt an ökologische und ökonomische Grenzen. Mit dem Fokus auf kreislauffähige Lösungen kann gezeigt werden, dass sich ökologische und ökonomische Ziele nicht widersprechen müssen.

Grafik[ Lineare Wirtschaft ] ---> Rohstoffabbau ---> Nutzung ---> Deponie/Abfall                                                              [ Kreislaufwirtschaft ] ---> Rohstoff ---> Nutzung ---> Upcycling & Recycling ---> (Zurück in den Kreislauf)

Die Transformation hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) ist aus mehreren Gründen der entscheidende Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft:

1. Schonung endlicher Ressourcen

Unsere Erde besitzt nur begrenzte Mengen an Rohstoffen wie Metallen, Seltenen Erden oder fossilen Energieträgern. Wenn wir Materialien im Kreislauf halten, minimieren wir den zerstörerischen Abbau neuer Ressourcen und schützen bedrohte Ökosysteme.

2. Drastische CO₂-Einsparung

Die Gewinnung und Verarbeitung von Primärrohstoffen verbraucht gigantische Mengen an Energie. Das Einschmelzen von recyceltem Glas oder die Wiederverwendung von Baumaterialien benötigt nur einen Bruchteil dieser Energie. Kreislaufwirtschaft ist somit ein mächtiges Werkzeug im Kampf gegen den Klimawandel.

3. Vermeidung von Abfallbergen

Plastik in den Ozeanen und überlastete Mülldeponien zeigen deutlich, dass wir uns Abfall nicht mehr leisten können. In einer echten Kreislaufwirtschaft wird das Wort „Abfall“ komplett neu definiert: Jeder Reststoff wird zum wertvollen Ausgangsstoff für etwas Neues.

4. Wirtschaftliche Unabhängigkeit und Krisenfestigkeit

Die letzten Jahre haben gezeigt, wie anfällig globale Lieferketten für Rohstoffe sind. Eine regionale Kreislaufwirtschaft macht Städte und Unternehmen unabhängig von Importen. Sie sichert stabile Produktionsprozesse direkt vor Ort.

Die Bastelaktion im Zoo hat gezeigt: Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen und macht gemeinsam mit der nächsten Generation am meisten Spaß. Indem wir schon den Jüngsten zeigen, wie wertvoll vermeintlicher „Abfall“ sein kann, legen wir den Grundstein für die zirkuläre Stadt von morgen.

Weiter
Weiter

Die BUGA31 mit der Natur planen